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Aussaattechniken Kaltkeimer

Ursprünglich etwas unzutreffend als Frostkeimer bezeichnet benötigen diese Samen zur Aufhebung der Keimruhe - der Zersetzung der keimhemmenden Stoffe - eine Kälteperiode. Damit wird in der Natur garantiert, daß die Samen erst im Frühling keimen.

Bei viele Pflanzen in winterkalten Regionen reifen die Samen bereits im Sommer. Damit diese Samen nicht bereits im Spätsommer und Herbst keimen (und die Keimlinge dann dem Frost zum Opfer fallen) sind im Samen keimhemmende Substanzen eingebaut, die erst durch die Einwirkung niedriger Temperaturen langsam abgebaut werden.

Für die Aussaat dieser Kaltkeimer können Sie drei Varianten anwenden:

  1. Direktsaat im Freiland
  2. Vorkultur im Haus und Freiland
  3. Keimbeutel-Methode

Die Variante mit dem geringsten Aufwand ist die Direktsaat im Freiland. Je nach Großwetterlage ist hierfür Mitte September bis Mitte Oktober der richtige Zeitpunkt. Die Samen benötigen anfangs noch für zwei bis vier Wochen Wärme für den Quellprozeß.

Bedecken Sie die Saat mit einem Vlies als Verdunstungsschutz und gegen Volgelfraß. Kontrollieren Sie je nach Witterung und Boden auf Feuchte, denn die Samen dürfen nicht austrocknen. An warmen und sonnigen Tagen im Winter wird dies schnell mal vergessen.

Für diese Saat benötigen Sie infolge Tierfraß, Bodenprozesse etc. deutlich mehr Saatgut als bei kontrollierter Aussaat in Saatschalen.

Die Vorkultur im Haus und Freiland ist naturgemäß etwas aufwendiger, bietet jedoch ein Höchstmaß an Kontrolle.

Säen Sie Ihre Samen wie gewohnt in eine Saatschale. Decken Sie diese mit einer Scheibe aus Acrylglas ab. Die Saat trocknet dann langsamer aus und Sie können stapeln. Stellen Sie die Schalen für vier Wochen warm bei etwa 20°C.

Nach dieser Warmperiode erfolgt die Kühlperiode für vier- bis sechs Wochen in einem Kühlschrank. Ein Thermometer ist wichtig, um die notwendige Temperatur um den Gefrierpunkt auch sicher einzuregeln. Wenn möglich nutzen Sie einen ausrangierter, jedoch fuktionsfähigen Haushalts-Kühlschrank im Schuppen oder Kalthaus.

Stellen Sie die Saat niemals in eine Gefriertruhe oder Gefrierschrank mit Temperaturen unter -5°C - die Zellwände würden durch das Schock-gefrieren zerstört werden und damit auch die Samen.

Alternativ können Sie die Saatschalen auch in Ihrem Kalthaus, im Frühbeet oder im Freiland aufstellen.

Werden die o.g. Temperaturen der Kühlperiode eine Zeitlang unter- oder überschritten, muß sie um die entsprechende Zeit verlängert werden.

Die Abdeckung mit einer dicken Schneedecke ist von Vorteil, da die Temperatur darunter sich in der Regel zwischen -4°C bis 0°C bewegt und genug Feuchtigkeit vorhanden ist. Der schmelzende Schnee macht die Samenschale dann poröser und die Samen können leichter keimen.

Nach der Kühlperiode stellen Sie die Schalen bei einer Temperatur von 5°C bis 12°C auf. Unabhängig davon, ob bereits eine Keimung erfolgt ist oder nicht.

Stehen Ihre Saatschalen im Kalthaus oder Frühbeet, dann können Sie diese bis zum Pikieren dort belassen. Stehen sie im Freiland, würde ich Ihnen ab Beginn der Keimung einen sichereren Platz empfehlen.

Bitte denken Sie an die regelmäßige Kontrolle der Substratfeuchte.

Hin und wieder keimen Kaltkeimer in geringer Anzahl bereits während der ersten Warmperiode. Diese sollten wenn möglich heraus pikiert werden, da sie die nachfolgende Kühlperiode nicht überleben würden.

Säen Sie schwierige oder langsam keimende Kaltkeimer Ende November bis Mitte Dezember.

Säen Sie normale Kaltkeimer Mitte Dezember bis Ende Januar.

Reicht der Raum im Kühlschrank für die Aussaatschalen nicht aus, können Sie auch die Keimbeutel-Methode anwenden.

Hierzu mischen Sie das Saatgut mit etwas feuchtem Sand oder Vermiculit, füllen alles in einen Druckverschlußbeutel und verschließen diesen gut.

Verwenden Sie am Besten Vogelsand ohne Zusätze aus einem Geschäft für Tierbedarf.

Nach Ablauf der Warm- und Kühlperiode verteile Sie dann die Samen mitsamt dem Sand oder Vermiculit auf die Oberfläche einer mit Anzuchtsubstrat gefüllten Saatschale.

Ich wünschen Ihnen gutes Gelingen bei der Anzucht Ihrer Pflanzen. Für Rückfragen stehe ich Ihnen unter der Rufnummer 0176 450 15 100 täglich von 10 bis 23 Uhr zur Verfügung.