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Aussaattechniken

In der Regel sollten Samen so dick mit Aussaatsubstrat abgedeckt werden, wie der Durchmesser des Samenkorns ist. Bei Tagestemperaturen um 20°C ist stets für gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen, auf keinen Fall aber sollte das Aussaatsubstrat tropfnaß sein. Nach erfolgter Keimung dann hell und mäßig warm aufstellen.

Sehr feine Samen können zwecks gleichmäßiger Aussaat mit Talkum oder feinstem Sand gemischt werden. Nur andrücken! Bewässerung sollte von unten oder mit einem feinem Zerstäuber erfolgen, so daß die Samen nicht weggeschwemmt werden können.

Große Samen sollten 2 bis 3 Tage in handwarmen Wasser vorgequollen werden. Hartschaligen Samen kann durch eine leichte mechanische Beschädigung der Samenschale mit Hilfe von Schmirgelpapier oder trockenem, scharfen Sand zum schnelleren Aufquellen verholfen werden.

Vorkultur

Benutzen Sie sterile Aussaatgefäße und halten Sie Ihre Aussaateinrichtungen so sauber wie möglich (Moos, Lebermoos und Pilze können ein großes Problem werden)!

Einfach und schnell keimende (und schnell wachsende) Stauden können direkt in Töpfe (z.B. 9 cm Topf) mit 3 bis 5 Samen pro Topf gesät werden. Sie können so Pikieren und Topfen vermeiden.

Schnell keimendes Saatgut kann auch direkt in Anzuchtplatten gesät werden. Legen Sie 3 bis 5 Samen pro Zelle per Hand oder mit verfügbaren Hilfsmitteln. Dies mag zu Anfang etwas aufwendig sein, spart Ihnen aber auf längere Sicht Zeit, insbesondere zum Frühjahr hin.

Das säen in Aussaatschalen auf die herkömmliche Weise ist immer noch am besten geeignet für kleinere Mengen oder Stauden, mit denen Sie noch wenig Erfahrung haben. Man braucht weniger Platz dafür und man kann diese pikieren, wann immer dafür Zeit ist oder wenn es notwendig wird.

Benutzen Sie transportfähige Aussaatgefäße (Schalen, Kisten, Töpfe etc.). So können Sie die Aussaaten zur Keimung jederzeit ins kalte oder warme Gewächshaus bringen oder noch nicht gekeimte Aussaaten zusammen stellen.
Säen Sie nicht zu viele Samen pro Aussaatgefäß. Bedenken Sie auch die Samengröße. Säen Sie mit genügend Abstand, das gibt Ihnen mehr Zeit bis zum Pikieren und vermeidet Krankheiten.

Eine gute Drainage in den Aussaatgefäßen ist sehr wichtig. Benutzen Sie gut strukturierte und durchlässige Substratmischungen (z.B. 40% Kompost, 20% Sand, 20% Torf und 20% Lehm).

  • Für einen optimalen Substratkontakt drücken Sie die Samen gut an.
  • Bedecken Sie die Samen nur so dick, wie der Durchmesser des Samenkorns ist.
  • Säen Sie schwierige oder langsam keimende Kaltkeimer Ende November bis Mitte Dezember.
  • Säen Sie normale Kaltkeimer Mitte Dezember bis Ende Januar.
  • Säen Sie alle anderen von März bis Juni - je nach Zeitplan und Bedarf.

Direktsaat:

Bereiten Sie das Saatbeet sorgfältig vor. Entfernen sie alle Wildkräuter, vor allem Tiefwurzler wie Löwenzahn. Je nach Samengröße stellen Sie durch mehrmaliges Harken in Kombination mit Walzen die entsprechend feinkrümelige Bodenstruktur her. Dies ist je nach Bodentyp mehr oder weniger aufwendig.

Samen wie üblich gut andrücken und feucht halten. Feine Samen nicht mit zu kräftigem Wasserstrahl verschlemmen - feuchtes Vlies überlegen.

Kaltkeimer:

Ursprünglich etwas unzutreffend als Frostkeimer bezeichnet benötigen diese Samen zur Aufhebung der Keimruhe - der Zersetzung des keimhemmenden Stoffes - eine Kälteperiode. Damit wird in der Natur garantiert, daß bestimmte Samen erst im Frühling keimen.

Bei viele Pflanzen in winterkalten Regionen reifen ihre Samen bereits im Sommer. Damit diese Samen nicht bereits im Spätsommer und Herbst keimen (und die Keimlinge dann dem Frost zum Opfer fallen) sind im Samen keimhemmende Substanzen eingebaut, die erst durch die Einwirkung niedriger Temperaturen langsam abgebaut werden.

Für die künstliche Kühlperiode ist ein alter ausrangierter Haushalts-Kühlschrank sehr gut geeignet. Ein Kühlschrank-Thermometer ist wichtig, um die notwendige Temperatur um den Gefrierpunkt auch sicher einzuregeln.

Aussaaten niemals in eine Gefriertruhe oder Gefrierschrank mit Temperaturen unter -5°C stellen - die Zellwände würden durch das Schockgefrieren zerstört werden und damit auch die Samen.

Reicht der Raum im Kühlschrank für die Aussaatschalen nicht aus, kann auch die Keimbeutel-Methode angewandt werden.
Hierzu wird das Saatgut mit etwas feuchtem Sand oder besser Vermiculit vermischt, in einen Druckverschlußbeutel gefüllt und gut verschlossen. Nach Ablauf der Kühlperiode wird dann der Samen mitsamt dem Sand oder Vermiculit auf die Oberfläche einer mit Anzuchtsubstrat gefüllten Aussaatschale verteilt.

Hin und wieder keimen Kaltkeimer in geringer Anzahl bereits während der ersten Warmperiode. Diese sollten wenn möglich heraus pikiert werden, da sie die nachfolgende Kühlperiode nicht überleben würden.