Centaurium erythraea - Tausendgüldenkraut (Saatgut)
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Beschreibung
"In der Stille wächst ein Blümchen —
unser Herrgott hat's beschert —
rot sind seine kleinen Blütchen,
1000 Gulden ist es wert!"
Sodbrennen ist eine unangenehme Krankheit. Daran litt auch ein Pfeffersack* aus dem Rheinland. Als ein reisender Heilkundiger in der Stadt war, ließ der ihn kommen und bekam einen Tee bereitet sowie ein kleines Säcklein voll Kraut für die weitere Kur.
Der Tee war aus dem Kraut Centaurium gemacht und half in kurzer Zeit und der Kaufmann war glücklich. Doch eines Tages war das Säckchen leer. Der Kaufmann ließ alle ihm bekannten Heilkundigen, Schäfer und Apotheker zu sich kommen, aber keiner kannte das Kraut Centaurium. Zuletzt ließ er einen Priester kommen, der Latein konnte. Der Kaufmann sprach etwas undeutlich und dieser verstand Centaurum. "Hundert Goldstücke?" fragte der Prister. "Was", rief der Pfeffersack, "hundert Gulden? Nein, tausend Gulden gebe ich dem, der mir den Tee besorgt!"
Das Tausendgüldenkraut wächst zertreut vor allem auf Waldwiesen, Lichtungen und auch auf Halbtrockenrasen mit kalkreichen, warmen Böden mit hohem Lehmanteil. Seine Blüten öffnen sich nur bei Sonne und mindestens 20°C.
Wenn das Tausendgüldenkraut
Offen blüht in Waldgehegen,
Darf gewiß seyn, wer es schaut,
Daß es hat bei Nacht gethaut,
Und am Tage kommt kein Regen.
Als ein Tausendgüldenkraut
Blühtest du an meinen Wegen;
Und solang’ ich dich geschaut,
War die Nacht mir lustbethaut,
Und der Tag hell ohne Regen.
Schönes Tausendgüldenkraut!
Wie sich nun zusammenlegen
Deine Blättlein, seufz’ ich laut:
Ach, die Nacht hat stark gethaut,
Und der ganze Tag ist Regen!
.......................Friedrich Rückert
Tausendgüldenkraut soll gärungshemmend wirken und sowohl die Magen-Darmtätigkeit als auch die Speicheldrüsen anregen. Es soll die natürliche Funktion des Magens und des Darms wieder herstellen und Leberstörungen, Gallenkoliken sowie Gelbsucht heilen. Es soll blutbildend wirken, gestörte Kreislaufverhältnisse regulieren und dadurch bei Müdigkeit, Erschöpfungszuständen und Schwindel helfen.
Bei längerer Anwendung sollen übergewichtige Menschen abnehmen.
Nach Plinius hat die Pflanze den Namen von dem Centauren Chiron erhalten, der damit seine Wunden heilte.
*Kaufmann, der im Überseehandel mit Gewürzen reich geworden ist.
| | Aussaathinweis: | N2 |
| | Anzucht: | einfach |
| | Direktsaat: | Frühjahr / Spätsommer |
| | Vorkultur: | Frühjahr |
| | Haltbarkeit: | ein- bis zweijährig |
| | Winterhärte: | winterhart • Zone 5-9 |
| | Blüte: | rosa • Juni - September |
| | Wuchsform: | aufrecht |
| | Wuchshöhe: | bis 50 cm |
| | Pflanzabstand: | 20 cm |
| | Standort: | Sonne |
| | Boden: | mäßig trocken - frisch • anspruchslos • lehmig • kalkhaltig |
| | Verwendung: | Heilpflanze |
| | Synonyme: | Magenkraut, Fieberkraut, Apothekerkraut, Bitterkraut, Piferkraut, Gottesgnadenkraut, Erdgallenkraut, Roter Aurin |
| | Familie: | Gentianaceae - Enziangewächse |
Weitere Informationen zu Kultur und Verwendung finden Sie hier: